Festakt im jüdischen Gemeindezentrum: Dr.
Reinhard Feinendegen (2.v.r) und seine Frau werden
umrahmt von Oberbürgermeister Gregor Kathstede
(L), Robert Claßen (2.v.I.), Vorsitzender des Vereins
für Heimatkunde sowie Hausherr Johann Schwarz
(r.), Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Krefeld. Foto: Strücken
Historiker Dr. Reinhard Feinendegen wurde geehrt
| Die Heimat als Lebensgefühl
betrachten; nach dieser Maßgabe hat Dr. Reinhard Feinendegen sein Leben lang gehandelt. Krefeld (ep). Der Krefelder Heimathistoriker von Rang, der seit über 30 Jahren für das Krefelder Jahrbuch „Die Heimat" mitverantwortlich zeichnet, erfuhr im Rahmen einer Feierstunde im Festsaal des Jüdischen Gemeindezentrums an der Wiedstraße eine besondere Ehre: Die neue Ausgabe des Jahrbuchs befasst sich als Festschrift mit seinem Wirken für die Erkundung der Krefelder Ortsgeschichte. Der Abend war als Überraschung geplant, doch solch ein Auftrieb von Prominenz aus Krefeld und dem Kreis Viersen lässt sich kaum verheimlichen. Die Einladungen vom neuen Vorstand des Vereins für Heimatkunde e.V. waren fast geheim herausgegangen, doch viele wollten bei diesem Termin dabei sein. Viel mehr als die 150 Gäste fanden aber keinen Platz. So sah man unter den Eingeladenen viele politische Größen jeder Couleur, Kulturschaffende und Kulturinteressierte. Es gab ein kleines Programm |
mit Vorträgen, Musik
und auch launigen Texten und schließlich die Präsentation der Festschrift für den Ehrengast. „Darin haben 40 Autoren Beiträge geleistet, in denen sie beschreiben, was für sie Heimat ist. Diese Idee ist ebenso gut wie die Wahl des Veranstaltungsortes", freute sich Reinhard Feinendegen, der auch ausdrücklich begrüßte, dass der „Festakt" eine Pause eingeplant hatte, in dem sich alle Teilnehmer unterhalten konnten. Denn Gesprächsbedarf hat der Krefelder Ortshistoriker immer. Er uns sein Mitautor Dr. Hans Vogt gehen derzeit „hoch schwanger" mit dem fünften Band der Stadtgeschichte, die bis zum nächsten Frühjahr erscheinen soll. Stolz schwang natürlich mit, als Feinendegen dazu meinte, nicht viele deutsche Städte von Rang könnten sich mit so einer ausführlichen historische Wertung darstellen. Festschrift und Stadtgeschichte beleuchten in verschiedener Weise viele Aspekte des Begriffs Heimat. Von Krefeld aus verließen die ersten Auswanderer die alte Welt, um in der neuen Welt Amerika heimisch zu werden. Sie definierten Heimat neu, nämlich als Ort, wo sie sich |
wohl fühlten. Zu jeder Zeit gab
es Vertriebene, die in Krefeld eine neue Heimat fanden und die Stadt auf vielerlei Weise befruchteten. So formuliert er auch den bleibenden Anspruch der Heimatforschung mit viel Selbstbewusstsein: „Wer nach Trachtenfesten und Heimatmelodien Verlangen hat, für den ist der Krefelder Verein für Heimatkunde die falsche Adresse. Wer aber mehr und Genaueres über die Stadt Krefeld und den Niederrhein wissen möchte, für den ist der Verein genau der richtige Ansprechpartner; und das ist schließlich schon seit 1918 so." Dass es so bleibt, liegt auch in den Händen des neuen Vorstands Robert Claßen, dem viele weitere namhafte Fachleute zur Seite stehen. Was sonst noch wichtig ist für Feinendegen? „Man schreibt viel besser, wenn man die Verantwortung nicht mehr hat", freut er sich auf weitere Projekte. Er sei sie mit Leib und Seele Uerdinger, betont der Historiker Dr. Reinhard Feinendegen den kleinen Unterschied der lange fusionierten Städte: „Wir liegen am Rhein und Krefeld etwas abseits!" |